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Digitalisierung hilft im Shopfloor Management

Marc Kräutle | 13.11.2018 | Initiativen

Bullshit-Bingo könnte man mit den aktuellen Buzzwords der Digitalisierung spielen. Ganz gleich ob auf Konferenzen oder in den Chefetagen, diese Wörter sind nicht mehr wegzudenken: IIoT, Agile, Sprints, Blockchain, Big Data, Maschine Learning sowie Unmengen an weiteren Abkürzungen und Modebegriffen. Wir Berater sind daran auch nicht ganz unschuldig. Deswegen geht es heute in meinem Beitrag auch um das Thema: i4.0 unterstützt ZDF durch mehr Transparenz zwischen PPS, ERP und MIS. Alles klar?

Ich stelle das mal in einen Industrie-Zusammenhang: Die meisten Kunden, mit denen ich über Digitalisierung spreche, haben zurecht die Vernetzung von Systemen im Blick. Ganz oft geht es erst einmal darum, Maschinen- und Produktionsdaten zu erfassen, um diese mit dem PPS (Produktionsplanungssystem), danach mit dem ERP (Enterprise Ressource Planning) und dem MIS (Management Information System) zu verbinden. So kann man die Verfügbarkeit von Maschinen erhöhen, den Einsatz von Mitarbeitern und Betriebsmitteln optimieren und für das Management mehr Transparenz herstellen. Die eigentliche Arbeitsebene, der Shopfloor, bleibt in der Betrachtung meistens außen vor. Das ist ein Fehler, denn gerade mit der Nutzung von Analytics Tools zur Datenvisualisierung der gewonnenen Maschinen- und Produktionsdaten auf der Arbeitsebene (und nicht ausschließlich am Schreibtisch, fern von der Produktion) können Unternehmen ein effizienteres Shopfloor-Management durchführen und nachhaltig Verbesserungspotenziale realisieren.

Die Digitalisierung ist sozusagen der Turbo dieses Management-Ansatzes: Sie unterstützt noch stärker als zuvor mit harten Zahlen-Daten-Fakten (ZDF) den Problemlösungsprozess und die Zusammenarbeit. Man kennt das: Nichts geht ohne Zahlen. Im Shopfloor-Management bilden KPIs (Key Performance Indicators) und deren Visualisierung das Fundament. So werden Transparenz und eine gemeinsame Basis für die Shopfloor-Runde geschaffen. Mit Digitalisierung bekommt daher das Wort „Transparenz“ eine neue Bedeutung.

Data Analytics am Shopfloor
Mit der Demokratisierung der in-memory Technologie kann man Visualisierungstools zur Datenanalyse anwenden, die aus dem Zahlenwust ohne großes Software-Know-how das herausfiltern, was tatsächlich benötigt wird und hilft – also nicht an der Oberfläche bleiben. Im Trendy-Sprech: Wir nutzen Intuitive UX (user experience), um Daten zu crunchen und per drill down immer stärker in die Root Causes einzusteigen. Bosch, Audi, und BMW haben solche Instrumente in der Fertigung teilweise bereits etabliert. Wer Lust hat, tiefer einzusteigen: Tableau und Qlikview sind zwei gute Lösungen.

Digitalisierung verstärkt zudem den interdisziplinären Charakter des Shopfloor-Managements. Was gemeint ist: Eine Reihe von Tools – z.B. Digital Boards, Conferencing-Systems - ermöglichen es, Spezialisten aus anderen Werken hinzuzuziehen, bzw. die Führungskräfte einzubinden, selbst dann, wenn sie gerade nicht im Werk sein können. Lösungen wie iObeya, im Einsatz bei PSA, ermöglichen es zum Beispiel, ein virtuelles Board zu teilen. Physische Meeting-Ecken werden virtualisiert samt KPI-Tafel und Whiteboards. Gepaart mit dem mittlerweile erschwinglichen großen Touchscreen mit integriertem Ton und Bild (Microsoft Hub zum Beispiel) wird das Shopfloor-Management so noch visueller und kollaborativ.

Zusammengefasst: Wer intelligent digitalisiert, kann von der Produktions- bis zur Management-Ebene Daten im Sinne einer Enterprise Application Integration (EAI) sinnvoll miteinander vernetzen und aufbereiten. Die Effekte sind so erstaunlich, dass die Mitarbeiter im Werk schließlich selbst die Buzzwords in den Mund nehmen, um dem Besucher die Lösungen vorzustellen.

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