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Health Care
HPA – Privatkrankenhaus Antony
Reorganisation der Notfallstation
Im Rahmen des „Plan Hôpital 2007“ des französischen Gesundheitsministeriums wurde im Jahre 2003 „La Mission nationale d’expertise et d’audit hospitaliers – MeaH“ ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist, öffentlichen wie privaten Krankenhäusern zu helfen, ihre Organi- sation zu verbessern. Sie verfügt über ein Budget von 13 Mio. Euro im Jahr.
Die MeaH hat eine repräsentative Auswahl von Krankenhäusern getroffen, die von ebenfalls von der MeaH ausgewählten – und finanzierten – Beratungsunternehmen unterstützt werden.
Agamus Consult hat im Auftrag der MEAH bis heute 15 Krankenhäuser in ganz Frankreich untersucht und beraten, u.a. auch die Notfallstation des HPA - Hopital Privé d’Antony (Privatkrankenhaus Antony).
Das HPA gehört zur Générale de Santé – einem Konzern, der 170 Einrichtungen vorwiegend in Frankreich, aber auch in Italien betreibt. Das HPA verfügt über 395 Betten. Insbesondere die 1991 eingerichtete Notfallstation wurde in den letzten Jahren immer stärker frequentiert: kamen im Jahr 2005 36.000 Patienten, so waren es 2006 schon 40.000.
Die Station stützte sich mittlerweile sowohl in verwaltungstechnischer als auch medizinischer Hinsicht ganz auf IT-Technologien, hatte ihre Prozesse bei deren Einführung aber weitge- hend unverändert beibehalten. Drei leitende Ärzte, vier Krankenschwestern, eine Pflegekraft und zwei Sekretärinnen hatten täglich 120 Aufnahmen zu bewältigen. Die Not- fallstation sollte der aktuellen Entwicklung angepasst werden: der Chefarzt der Notfallstation, unterstützt von der Krankenhausleitung, initiierte ein Projekt zur Verringerung der Verweilzeiten über neue Organisationsformen und ein Kennzahlensystem zur Qualitäts- kontrolle (Tableau de bord).
Die Analyse durch Agamus Consult über drei Monate umfasste Beobachtungen, Gespräche und Prozessanalysen. So haben wir ermittelt, dass sich die Aufenthaltszeiten seit dem letzten Audit im Jahre 1997 erhöht hatten, und zwar um fast eine Stunde. Bereits dies bestätigte, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Was speziell in dieser Abteilung nicht optimal gelöst war, war die Anordnung bzw. Gestaltung der Untersuchungsräume und die Organisation der Zeit von 12 bis 15 Uhr, in der das Patientenaufkommen generell am höchsten ist und auch das Personal, das der Station „zuarbeitet“ (wie das Labor), am meisten zu tun hat. Zwei weitere Aktionen betrafen die Verbesserung der Schnittstellen zu Abteilungen, die zur Arbeit der Notfallstation beitragen oder anschließend Patienten aufnehmen: Laboranalysen wurden beschleunigt, um schneller Ergebnisse zu erhalten, und die anschließende Betten- vergabe zur stationären Aufnahme von Patienten wurde zügiger gestaltet.
Anfang Mai startete die Testphase der neuen Organisation, der Bildung von Arzt-Kranken- schwester-Zweierteams sowie die Gesamtsteuerung durch Zweierteams aus den Bereichen Empfang und Beratung, die auch für einen schnelleren Durchlauf zuständig sind. Nach kleineren Veränderungen, die sich in der Folge der in der Testphase ermittelten prak- tischen Probleme als notwendig erwiesen hatten, und verschiedenen Personalbesprechungen mit Pflegern und Ärzten hatte sich diese Organisation Ende Oktober gut eingespielt. Parallel dazu ermittelten wir zusammen mit den Ärzten, wie mittels vorhan- dener Informationen ein Kennzahlensystem zur Qualitätskontrolle erstellt werden könne und welches dessen Schlüsselindikatoren seien.
Die mittlere Aufenthaltszeit konnte um 25 Minuten, die Anfangswartezeit von 22 auf neun Minuten verkürzt werden, und das bei praktisch gleichbleibenden Personalzahlen und unter Berücksichtigung eines um mehr als 10 % gestiegenen Patientenaufkommens. Nach einer ersten Verkürzung der Behandlungszeiten und der ergänzenden Analysen, die sich aus der Verbesserung der Laborprozesse durch Einsatz neuer Hilfsmittel ergeben hatte, hat sich die ärztliche „Wertschöpfung“ stabilisiert bzw. sogar leicht erhöht. Grundsätzlich zeigt sich mittler- weile das gesamte Team von den Vorteilen der neuen Organisation und den täglichen Ab- läufen überzeugt. Weiterhin ist inzwischen ein Kennzahlensystem mit acht zusammengesetzten Indikatoren im Einsatz, an dem sich die Einhaltung der Verfahrensnormen, die Prozessqualität und die Zu- friedenheit der Patienten und ihrer Familien ablesen lassen.
Didier Stéphany, Agamus Consult
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