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Supply Chain Management / Logistics
Logistik-Konzept für den Einkauf hilft Kosten zu senken
Verbesserung der Beschaffungslogistik beim Bau von Containerschiffen
Beim Bau eines Containerschiffes, das mit 2.700 Standardcontainern beladen werden kann, werden unter anderem circa 10.000 Tonnen Stahl verarbeitet, rund 200 Kilometer Schweißnähte gelegt und damit ungefähr 100.000 Stahleinzelteile miteinander verbunden. In 25 verschiedenen Anlagen werden über 1.200 Armaturen mit rund 20 Kilometer Rohrleitung verbaut, um die 110 Kilometer Kabel verlegt und 60.000 Kilogramm Farbe auf eine 140.000 Quadratmeter große Fläche aufgebracht. Für die Beschaffung sind circa 500 Bedarfsmeldungen mit circa 3.000 Einzelpositionen notwendig, mit denen das gesamte Material zum richtigen Zeitpunkt, in der geforderten Stückzahl und Qualität an den richtigen Fertigungsort gesteuert wird. Der Materialanteil an den Gesamtkosten beträgt 65%. Die Beschaffungskosten sind somit größter Kostentreiber und bergen gleichzeitig das höchste Einsparungspotenzial.
Vor zwei Jahren startete das Projekt zur Verbesserung der Beschaffungslogistik. Ziele sind die Verbesserung von Einkaufseffekten und die Effizienzsteigerung der internen Bearbeitung. Mitarbeiter aus Arbeitsvorbereitung, Konstruktion, Einkauf und Fertigung haben die Beschaffung systematisch durchleuchtet und im Prozess-Modellierungstool „ARIS“ abgebildet. „Sand im Getriebe“ der Abläufe (wie zum Beispiel lange Durchlaufzeiten) wurde gemeinsam analysiert. Hierauf aufbauend wurde mit allen am Beschaffungsprozess Beteiligten ein Lösungsansatz formuliert und in die Praxis umgesetzt:
- Zunächst wurde ein Beschaffungsplan erarbeitet, der in Abhängigkeit vom Fertigungsfluss die wesentlichen Anlieferzeitpunkte festlegt, und diese für Einkaufsverhandlungen sowie die Beschaffungssteuerung zu einem sehr frühen Zeitpunkt verfügbar macht.
- Die Beschaffungssteuerung der Hauptkomponenten (A-Komponenten) des Schiffs erfolgt über eine so genannte „Main-Item-List", die ausgehend von den o.g. Anlieferzeitpunkten die Bestellauslösung terminiert, und damit als Steuerungsgrundlage für Konstruktions- und Einkaufsaktivitäten dient.
- Einzelteile, die zu den Anlieferzeitpunkten benötigt werden, wurden nach logistischen Kriterien zusammengefasst, und so das Bestellverfahren vereinfacht und verkürzt.
Für Klaus Aulich, zuständig für die Systemauslegung und technische Spezifikationen, hat das neue System entscheidende Vorteile: „Durch die klare, einfache Struktur weiß ich genau, wann was zu liefern ist und bis wann es bestellt sein muss.“
Da die Beschaffungstermine im Schiffbau in der Regel ein bis drei Jahre im Voraus liegen, ist die frühe Verfügbarkeit durchgängiger Beschaffungstermine für Einkaufsverhandlungen ein entscheidender Vorteil: „Dadurch dass wir sehr frühzeitig einen Grobplan haben, können wir auch frühzeitig in die Beschaffung gehen. Wir können den Verhandlungen nun solide planerische Erkenntnisse zugrunde legen...“ zeigt sich Einkaufsleiter Hans Wehmeyer optimistisch.
(Zusammenfassung des Artikels aus TK inside 03/05 mit freundlicher Genehmigung durch ThyssenKrupp Technologies AG)
Agamus Consult unterstützt seit 1995 die Nordseewerke GmbH, Emden (zugehörig zu ThyssenKrupp Marine Systems AG) bei den Themen
- Einführung KVP
- Einführung Gruppenarbeit in der Rohrvorfertigung
- Einführung Gruppenarbeit im Stahlschiffbau, gleichzeitig Verbesserung der Fertigungs-Steuerung
- Reorganisation der Stahlbeschaffung (Platten und Profile)
- Aufbau einer Konstruktionsplanung
- Reorganisation der Beschaffungslogistik bei Containerschiffen
Stephan Hauss, Agamus Consult
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